Zum Inhalt springen

Glossar für Solartracker

Die wichtigsten Begriffe rund um einachsige Tracker, ihre Steuerung und Agri-PV – kurz und ohne Werbung erklärt.

Einachsiger Tracker
Ein Gestell, das Module um eine Achse dreht, meist von Ost nach West entlang einer Nord-Süd-Achse, damit sie über den Tag der Sonne folgen.
Nachführwinkel und Sollwinkel
Der Nachführwinkel ist die tatsächliche Neigung des Trackers, der Sollwinkel die Neigung, die die Steuerung vorgibt. Die Abweichung zwischen beiden zeigt, ob ein Tracker richtig folgt.
Backtracking
Bei tiefer Sonne würden steil gestellte Reihen die Nachbarreihe verschatten. Beim Backtracking stellt die Steuerung die Reihen morgens und abends flacher, sodass keine Reihe die nächste verschattet.
Astronomische Steuerung
Die Steuerung berechnet den Sonnenstand aus Ort, Datum und Uhrzeit, statt ihn mit einem Sensor zu messen.
Windstellung (Sturmstellung)
Eine Schutzstellung, in die der Tracker bei starkem Wind fährt, um die Last auf Gestell und Module zu senken. Welche Stellung das ist, legt der Hersteller der Mechanik fest.
Hagelstellung
Eine steile Schutzstellung bei Hagel, damit die Hagelkörner flacher auf die Module treffen.
Schneestellung
Eine geneigte Stellung bei Schnee, damit er von den Modulen abrutscht und das Gestell nicht überlastet.
Bewirtschaftungsstellung
Bei Agri-PV eine Stellung, die Arbeiten unter den Modulen erlaubt – etwa senkrecht, damit Maschinen durchfahren können.
TCU (Tracker Control Unit)
Die Steuereinheit an jedem Tracker. Sie liest den Neigungssensor, steuert die Antriebe und schützt den Tracker mit Endschaltern und Not-Halt.
NCU (Network Control Unit)
Ein Netzwerkcontroller, der viele TCUs koordiniert, Sollwinkel und Schutzbefehle verteilt und Daten an Leitsysteme weitergibt.
RSU (Remote Sensor Unit)
Eine Sensoreinheit im Feld, etwa für Wind oder Schnee, deren Messwerte Schutzstellungen auslösen.
Inklinometer
Ein Neigungssensor, der den tatsächlichen Winkel des Trackers misst.
Gleichlauf
Bei langen Trackern mit zwei oder mehr Antrieben müssen sich alle Antriebe gemeinsam bewegen, damit sich das Gestell nicht verdreht.
GCR (Ground Coverage Ratio)
Das Verhältnis der Modulbreite zum Reihenabstand. Je höher der GCR, desto dichter stehen die Reihen und desto früher braucht es Backtracking.
Tracker-Verfügbarkeit
Der Anteil der Zeit, in der ein Tracker seinem Sollwinkel folgt. Sie ist eine eigene Kennzahl neben der Verfügbarkeit von Wechselrichtern.
SCADA
Leitsystem einer Anlage, das Daten von Wechselrichtern, Zählern, Wetterstationen und Trackern sammelt und Befehle gibt.
Agri-PV
Die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für Landwirtschaft und Photovoltaik.
DIN SPEC 91434
Eine deutsche Vornorm mit Anforderungen an Agri-PV-Anlagen, unter anderem dazu, wie viel der Fläche landwirtschaftlich nutzbar bleiben muss.
Retrofit und Repowering
Nachrüstung bestehender Anlagen – bei Trackern etwa der Tausch von Steuerung, Antrieben oder Sensoren, während das Gestell bleibt.